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Stockholm (22.3. – 25.3.2007)

Hier einige Tips und Impressionen zu Stockholm. Zu meinem 32. Geburtstag hat mir Barbara einen Städtetrip nach Stockholm geschenkt. Hier einige Tips und Impressionen zu Stockholm.

Wir haben den Trip ein paar Wochen früher organisiert um an möglichst günstige Flugtickets bei RyanAir zu kommen. Kosten für die Tickets inkl. Flughafentaxen: 100 EUR. Abflug war ab Frankfurt Hahn und Ankuft in Stockholm Skavsta. Beide Airports liegen weit ausserhalb der eigentlichen angeflogenen Städten. Barbar wohnte damals noch im Saarland, knapp 45min vom Flughafen Hahn entfernt. Doch Stockholm Skavsta liegt 2h ausserhalb von Stockholm in der Nähe von Nyköping. In Schweden angekommen hat man nur die Möglichkeit mit dem Flygbussarna für SEK 199 (hin und zurück) nach Stockholm zu kommen. Die Tickets sind teurer wenn man sie beim Fahrer kauft! Man hat aber die Möglichkeit online oder am Automaten ein Ticket zu beziehen. Der Bus, sofern man einen in Form eines Reisecars erwischt, ist sehr sauber und schnell. Es standen aber noch normale Gelenkbusse rum, die sonst eigentlich nur von städtischen Busbetrieben verwendet werden. Ankuft und Abfahrt der Busse in Skavsta vor dem Terminal und in Stockholm bei Centralen (Hauptbahnhof).

Für mich war es das erste Mal mit RyanAir. Ich bin früher schon mit EasyJet geflogen, doch ist die irische Fluggesellschaft noch einiges chaotischer. Man sollte sich auf viel Geduld und Improvisation einstellen. Es kann durchaus sein, dass man zwar am richtigen Gate steht, aber gerade eine andere Maschine geboardet wird. Dies hängt natürlich auch mit den Betreibern des Airports zusammen. Verspätungen sind im Übrigen etwas ganz normales. Besonders chaotisch erlebten wir den Rückflug. Es wurden 3 Flüge am gleichen Gate geboarded ohne irgendwelche Lautsprecherdurchsagen oder eine vernünftige Beschilderung. Man folgte einfach den Leuten die auch Deutsch sprachen.

Unterkunft

Unsere Jungendherberge Fridhelmsplan befand sich im Stadtteil Kungsholmen und ist mit der U-Bahn ab Centralen, dem Hauptbahnhof, einfach zu erreichen.

Die Herberge war sehr sauber und die Zimmer sehr praktisch eingerichtet. Zu meiner Freude hatte es sogar einen LCD TV mit gratis Internetzugang.

Die Zimmer haben keine eigenen Bäder. Man geht auf den Gang und dort sind die Duschen und Toiletten. Ich war sehr erstaunt über die Sauberkeit und den geringen Geruch. Die Nacht kostet im Doppelzimmer SEK 600 plus Frühstück SEK 60 pro Person. Für mich waren die Preise selbst für eine Jugendherberge etwas hoch. Ich denke mal bei günstigeren Herbergen ist das Verständnis von Sauberkeit wohl etwas tiefer angesetzt.

Was gibt’s da zu sehen?

Als Besucher von Stockholm sollte man sich die teure, aber nützliche, Stockholm-Card kaufen. Mit ihr kann man bis zu 72h mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und man erhält auch freien Eintritt in fast alle Museen der Stadt. Das einzig wirklich lästige an der Karte ist, dass man sie in der U-Bahn nicht an den automatischen Schranken verwenden kann, sondern jeweils beim „Torwächter“ zeigen muss. Die Karte ist leider nicht gültig bei Fährverbindungen und bei den klassichen Bootstouren erhält man auch keine Ermässigung. Die Stockholmcard erhält man entweder online oder im Touristenbüro im Hauptbahnhof.

Die U-Bahn ist ein sehr sicheres und sauberes, habe selten eine so saubere U-Bahn erlebt, Verkehrsmittel in Stockholm. Jede Station hat ihr eigenes Dekor und ist zum Teil mit prächtigen Kunstwerken geschmückt. Die Frequenz der Züge ist sehr hoch, natürlich auch bis spät in die Nacht hinein.

Im Vergleich mit anderen europäischen Städten ist Stockholm sehr jung in seiner Geschichte. Gamla Stan, die Altstadt, liegt auf einer Insel und ist mit unzähligen Brücken mit den umliegenden Stadtteilen verbunden. Der Königspalast befindet sich natürlich auch dort. Die Wachablösung haben wir leider verpasst, aber die Soldaten sahen sehr putzig aus mit ihren Mützen. Kirchen, alte Handelshäuser, verwinkelte Gassen und kleine romantische Plätze, all das findet man in der Altstadt von Stockholm. Nicht zu vergessen auch einige der besten Cafés und Restaurants. Wobei man sich immer vor Augen halten muss, dass genau dort wo die meisten Touristen auch die Preise am höchsten sind. Auch für Shopping hat Gamla Stan ausser den bekannten „Ich war mal in Stockholm“-T-Shirt Läden nicht viel mehr zu bieten. Wir haben ein paar schöne Boutiquen gesehen, jedoch mit Preisen die einem eher an Paris erinnern. Essen und Trinken ist auch sehr zu empfehlen in Gamla Stan. Es gibt viele kleine Cafés und Restaurants, doch mehr dazu später.

Richtig schön wird Gamla Stan erst bei Einbruch der Nacht. Viele Kneipen und Läden stellen Kerzen auf die Gassen oder hängen Fackeln auf. Auch die restliche Beleuchtung der Gassen lässt einem in der Zeit zurückreisen.

Eines der schönsten und einzigartigsten Museums ist das Vasa Museet. Die Vasa war das grösste und prächtigste Schiff der Königlichen Marine, doch sie sank auf ihrer Jungfernfahrt noch im Hafenbecken von Stockholm. Die Vasa hatte 64 Kanonen an Bord und wurde ingesammt mit zuwenig Balast versehen. So war das schöne Schiff dem Untergang geweiht. 333 Jahre später wurde sie im Hafenbecken wieder gefunden. Nach einer grossen Bergungsaktion wurde sie – und wird noch immer – restauriert.

Das Museum selbst wirkt als wäre es um das Schiff herum gebaut. Innerhalb wurde ein eigenes Klima erschaffen um den Zerfall des Holzes zu vermeiden. Das Schiff selbst wird weiter restauriert und man kann eigentlich bei jedem Stockholm-Besuch reinschauen um den Fortschritt zu verfolgen. Weiterhin bietet das Museum die Möglichkeit viele Alltagsgegenstände aus der Zeit zu bewundern. Stilgerecht erreicht man das Museum über die Fähre von Slussen (Gamla Stan) nach DjurgÃ¥rden.

Gleich in der Nähe des Vasa Museum befindet sich das Aquaria Vattenmuseum. Gerade im Winter oder bei Regen ist es eine willkommene und warme Abwechslung. Das Aquarium ist unterteilt in verschiedene Themengebiete, unter anderem einem kleinen Regenwald, auch mit Regen! Und einem grossen Meeresaquarium mit Haien und Muränen. Der Eintritt ist bei der Stockholm Card inbegriffen.

Ein weiteres Museum, einwenig Abseits der Touristenströme, ist das Historische Wein und Schnaps Museum. Dieses kleine Museum zeigt dem Besucher die Geschichte von Wein und Bier, und später auch Schnaps, von seinem Ursprung bis zur heutigen Zeit. Wobei der Anteil der Geschichte die in Schweden stattfindet nur klein ist. Das die Schweden gesellige Trinker sind zeigt die riesige Sammlung an Trinkliedern, über 2000! Auch die Sammlung der über 20000 Etiketten von Brännvin und Aquavit ist sehenswert. Für Kleingruppen besteht ausserdem die Möglichkeit verschiedene Produkte zu degustieren. Wir waren zwar eine „Kleinstgruppe“ doch um 11h00 morgens wäre es doch etwas hart gewesen. Das Museum befindet sich ca. 10min von der U-Bahnstation Odenplan.

Wer einen schönen und ruhigen Samstagmorgen erleben will in Stockholm, der muss ins Moderna Museet oder gleich nebenan ins Arkitektur Museet. Wir haben beide besucht und waren begeistert. Im Moderna findet man zeitgenössische Kunst aus den letzten Jahren, darunter vertreten sind Leute wie Rauschenberg, Dali oder Tinguely. Das Architekturmuseum ziegt die Entwicklung von den ersten Langhäusern der Vikingern bis zum „Million Homes Programme“ in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ganz im skandinavischen Stil.

Essen und Trinken

Verdursten oder verhungern wird keiner in Stockholm. Es gibt hunderte Cafés, Restaurants und Bars. Als kleiner Tip…in jedem Café oder kleinen Kneipe steht in Thekennähe oder am Eingang Wasser mit Zitronen oder Orangen drin, das kann man sich jederzeit, ohne zu zahlen, nehmen! Bei den Preisen gehts von sehr günstig bis zu absolut teuer. Im „Den Gyldene Freden“ sah ich auf der Karte Flasche Wein für über CHF 3000. Da wir das Frühstück jeweils in der Herberge und uns auch satt gegessen hatten, gab es ein spätes Mittagessen und entsprechend auch ein spätes Abendessen. Zu Mittag gabs meistens „Husmanskost“, die traditionelle schwedische Küche mit viel Kartoffeln, Dill, Fisch und natürlich Köttböllar.

Das Nachtleben haben wir fast einwenig vernachlässigt, ausser 2 Drinks in einer Bar waren wir kaum weg. Es geht in Schweden eigentlich mehr darum wie schnell man sich ohnmächig trinken kann. Die Preise sind sehr hoch, das hält die Jugendlichen aber kaum davon ab sich die Kante zu geben. Der Preis für ein „normales Bier“ liegt bei CHF 6 für 3dl und ein Whisky Cola kostet in einer normalen Bar CHF 15-20.

Besonders Empfehlenswert sind:

  • Café Muren – Eigentlich ein Gay Lokal im Herzen von Gamla Stan. Dort gibts den besten Schokoladenkuchen in Stockholm. Wobei man sagen muss, dass es nicht mehr viele Schwule und Lesben dort hat, sondern mehr Touristen.
  • Café Fix – kleines feines Bistro in Kungsholmen. Sehr grosse und günstige Sandwiches und Salatteller. Man muss allerdings Glück haben um ein freies Plätzchen zu finden.
  • Art Café – Ein kleines Kellerlokal mit sehr freundlicher Bedienung. Befindet sich in Gamla Stan (Västerlänggatan 60).
  • Creperie Fyra Knop – Ist wohl die einzige Creperie in Schweden welche von einem Franzosen geführt wird. Man kriegt dort von süss bis salzig ungefähr 40 Variationen an Crepes. Liegt preislich auch im Rahmen und ist wegen seiner Lage in der Nähe von Götgatan auch gut besucht. (Svartensgatan 4)
  • Eyubi – Vermutlich die beste Adresse für orientalisches Essen in Stockholm. Das Lokal befindet sich in einer alten Einstellhalle (Tiefgarage) und wurde sehr minimal hergerichtet und hat einen eigenen Charme. Die Küche ist halb offen und man kann, je nach dem wo man Sitzt zuschauen wie die Köche arbeiten. Die Preise sind für die hohe Qualität und die Frische des Essens moderat. Im Eingangsbereich finden von Zeit zu Zeit auch immer wieder kleine Ausstellungen von lokalen Künstlern statt. In der Nähe der U-Bahn Station Radmansgatan. (Döbelnsgatan 45)
  • Den Gyldene Freden – Das älteste Lokal in Gamla Stan und wohl auch eine der exklusivsten Adressen in Schweden. Noch immer ein Treffpunkt für die Nobel-Akademie. Hier wird die schwedische Küche veredelt und kunstvoll serviert. Ein Abendessen für 2 Personen ohne Wein kostet ab CHF 200. Reservation ist empfohlen.
    • DesignTorget, der Laden befindet sich an der Shoppingmeile Götgatan bei der U-Bahnstation Slussen.
    • NordiskaGalleriet, eine Perle der skandinavischen Designkunst. Halb Gallerie und halb Laden. Nicht wegen der netten Preise erschrecken! NordiskaGalleriet befindet sich an Nybrogatan 11, in der Nähe der U-Bahnstation Östermalmstorg.
    • Östermalms Saluhall, die schönste Markthalle in Stockholm. U-Bahnstation Östermalmstorg
    • Svensk Form Zu einem Teil Museum zu anderen Teilen Atelier und Shop. Viele Trends werden hier auf Skeppsholmen geboren.
  • Einkaufen

    Wer über das nötige Kleingeld verfügt kann sich in einem der vielen Designer Läden Stockholms mit dem nötigen oder unötigen Krimskrams eindecken. Alle die IKEA interessant finden oder sogar trendy, sollen gewarnt sein, die Shops in Stockholm sind um Jahre voraus! Besonders interessant waren:

    Wir haben uns mit ein paar lustigen Dingen eingedeckt wie zum Beispiel ein „Löffel-Gabel-Messer“ in einem und einem Eierkocher für die Mikrowelle. Und endlich hab ich auch eine Anleitung zu gefunden.

    Tips

    Einer der schönsten Aussichtspunkte Stockholms befindet sich hier auf Södermalm und ist auch sehr leicht zu finden.

    Natürlich darf ein Besuch im System Bolaget nicht fehlen. In Schweden ist der Verkauf von Alkohol in staatlichen Händen und nur in speziellen Läden erlaubt. Einfach gesagt: Ein Supermarkt der nur Alkohol verkauft. Ich hatte mir vorgenommen einen speziellen Vodka als Souvenir zu kaufen. Die Flasche kostete umgerechnet CHF 40 und zurück in der Schweiz machte mich Barbara darauf aufmerksam, dass IKEA den gleichen Vodka verkauft, einfach günstiger! Egal, ich fand es unterhaltsam 15 Minuten an der Kasse anzustehen um mir Alkohol kaufen zu dürfen. Nicht vergessen seinen Pass oder Personalausweis mitzunehmen, sonst kann es passieren, dass ihr nichts kriegt.

    Karte

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